Das Technologietransferzentrum Swiss PIC wurde 2023 von Partnern aus Forschung und Industrie gemeinsam mit dem PSI gegründet. Ziel ist es, photonische Mikrochips schneller zur Marktreife zu bringen. Am 24. November 2025 wurde das Zentrum im Park Innovaare feierlich eröffnet – mit rund 150 Gästen aus Politik und Wirtschaft.
Photonik als Schlüsseltechnologie
Swiss PIC fokussiert auf die Integration lichtbasierter Mikrochips in industrielle Anwendungen. Durch elektrische und faseroptische Steckverbindungen sollen die an verschiedenen Forschungsstandorten entwickelten Chips einfacher in Produkte eingebunden werden. Das Zentrum unterstützt Unternehmen dabei, Entwicklungsschritte zu verkürzen und neue Technologien effizienter in den Markt zu überführen.
Herausforderungen der photonischen Integration
Die Integration photonischer Systeme ist technisch anspruchsvoll: Es gibt kaum standardisierte Verfahren, und die Bauteile müssen mit Submikrometer-Genauigkeit ausgerichtet werden. Die Integration kann bis zu 70 Prozent der Gesamtkosten eines Produkts ausmachen, bei Kleinserien sogar mehr. Swiss PIC adressiert diese Anforderungen nun mit einem neuen Fertigungszentrum für photonische Integration.
«Swiss PIC konfektioniert photonische Mikrochips von Technologiefirmen mit branchentypischen Steckern und ermöglicht damit einen raschen Zugang zu einem viel grösseren Anwendungskreis, als mit steckerlosen Mikrochips möglich wäre», erklärt Christoph Harder, CEO von Swiss PIC.
«Vor allem für Photonikunternehmen mit geringer Produktionsmenge stellt die Integration eine grosse Hürde für die Markteinführung ihrer Produkte dar», ergänzt Kirsten Moselund, Leiterin des Labors für Nano- und Quantentechnologien am Zentrum für Photonenforschung des PSI und Mitinitiatorin von Swiss PIC. «Das Fertigungszentrum für photonische Integration von Swiss PIC neben dem PICO-Reinraum im Park Innovaare trägt dazu bei, diesen zu einem Knotenpunkt für die Photonikindustrie und -forschung zu machen. Das grosse Interesse an der Einweihung ist ein Beweis für die Bedeutung der Photonik-Fertigung als Schlüsseltechnologie.»
Infrastruktur für die MEM-Industrie
Swiss PIC bietet Unternehmen Zugang zu Infrastruktur, Fertigungskapazitäten und Knowhow entlang der gesamten Prozesskette – von Design und Beratung über Integrationslösungen bis zur Unterstützung bei der Überführung in Kleinserienfertigung. Eine frühe Zusammenarbeit soll Entwicklungszeit verkürzen und kostspielige Änderungen vermeiden.
Das Zentrum ist Teil des schweizerischen Netzwerks der Advanced Manufacturing Technology Transfer Centers (AM-TTC). Partner sind neben dem PSI die OST – Ostschweizer Fachhochschule, der Verein Swissphotonics sowie die Unternehmen Ligentec und Polariton Technologies.
Photonik-Cluster im Aargau
Swiss PIC ergänzt das bestehende Technologietransferzentrum Anaxam im Park Innovaare und stärkt den regionalen Photonik-Cluster.
«Das Swiss PIC Fertigungszentrum für photonische Integration verkörpert genau das, wofür Park Innovaare steht: Deep-Tech-Forschung, die in echte industrielle Lösungen verwandelt wird.» so Robert Rudolph, CEO des Park Innovaare.
Dieter Egli, Regierungsrat des Kantons Aargau, sagte an der Eröffnungsfeier: «Wir sind stolz, mit Swiss PIC ein hochmodernes Technologietransferzentrum im Bereich Photonik bei uns im Aargau zu haben. Die Eröffnung des Swiss PIC Fertigungszentrums für photonische Integration werten wir als Anerkennung unserer guten Standortbedingungen – hier im Park Innovaare, in direkter Nachbarschaft zum PSI, wo Innovation geatmet wird, wo neue Ideen geboren und weiterentwickelt werden, aus denen dann erfolgreiche Produkte und Dienstleistungen fliessen, die letztlich Wertschöpfung produzieren.»