Thomas Schoy

Kein „Doppel-Wumms“ für die Erneuerbaren

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Strompreise steigen und die Verbraucherinnen und Verbraucher bangen. Dem Winter sieht dieses Jahr fast keiner mit Freude entgegen und vor der nächsten Stromrechnung fürchten sich nicht nur Menschen mit einem kleinen Einkommen.

„Durch die hohen Gaspreise steigen derzeit auch die allgemeinen Kosten für Strom. Das liegt daran, dass an der Strombörse das teuerste Kraftwerk den Strompreis festlegt“, weiß Thomas Schoy, Mitinhaber und Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Privates Institut. „Obwohl nur circa zehn Prozent des gesamten Stroms in Deutschland durch Gaskraftwerke erzeugt wird, führt die aktuelle Gaspreisentwicklung zu dieser überproportionalen Strompreisverteuerung.“ Auch die Politik hat die momentane Lage erkannt. Die EU-Kommission einigte sich vor Kurzem auf
ein Notfallpaket für die aktuelle Energiekrise. Neben den klassischen Anregungen zum Stromsparen möchte sie sich auch um die sogenannten „Gewinner“ dieser Krise kümmern.

Übergewinnabschöpfung legt dem Ausbau Steine in den Weg
Nun will die EU Stromkonzerne, die momentan aufgrund der steigenden Börsenpreise hohe Erträge einfahren, zur Kasse bitten und damit die Hilfen beziehungsweise Entlastungen für die Bürger finanzieren. Es scheint von der Europäischen Union geplant zu sein, Strommarkterlöse über der Grenze von 180 Euro pro Megawattstunde „abzuschöpfen“. Unabhängig davon, dass gänzlich unklar ist, wie das auch rechtssicher geschehen soll, träfen diese Maßnahmen jedoch nicht nur die fossilen Energieträger, sondern auch die erneuerbaren Energien. „Durch die Abschöpfung dieser Übergewinne blockiert die Europäische Union hier jedoch auch weitere Investitionen und damit auch den mittel- und langfristigen Ausbau der Photovoltaik oder Windkraft. Schon die Diskussion um diese Entscheidung hat nach dem Hoch durch das Osterpaket der Bundesregierung zu Verunsicherung geführt, was rasch zu einem Rückgang des Ausbaus der Erneuerbaren führt“, erklärt der Experte. „So verbaut sich die EU die eigene
grüne Zukunft, indem sie zufällige Übergewinne bestraft.“

Noch keine Details zur Gaspreisbremse
Zum geplanten Gaspreisdeckel existieren bisher noch keine genauen Angaben. Bei diesem Thema besteht momentan vonseiten der Mitgliedsstaaten noch Klärungsbedarf. Bis vor Kurzem noch ein Gegner derselben, hat Olaf Scholz nun Anfang des Monats eine Gaspreisbremse für Deutschland angekündigt. Mit 200 Milliarden wollen sie die Bürger unterstützen, aber zur genauen Umsetzung fehlen noch weitere Informationen „Hier braucht es dringend eine Deckelung des Gaspreises in der Stromerzeugung. Würde man den für den gasverbrauchenden Haushalt angedachten zwölf Cent-Deckel pro Kilowattstunde auch auf stromproduzierende Gaskraftwerke anwenden, entspräche dies einer Strompreisdeckelung von bis zu 50 Prozent. Dabei blieben nach wie vor Sparanreize gesetzt und auch der Strommarkt an sich verbliebe völlig unangetastet“ erläutert Schoy.

Weitere Informationen finden Sie unter www.privates-institut.com